Aufzuchtphilosophie

Aufzuchtherde HaB

Jeder darf seine eigene Philosophie haben und ausleben. Wir sind der Meinung, Pferde und vor allem Aufzuchtpferde brauchen vor allem 4 Dinge.

  • Licht
  • Luft
  • Bewegung
  • Gesellschaft

 

Pferde sind Herden-und Steppentiere. Sie suchen nicht unbedingt eine Höhle auf, wie der Mensch oder Hund. Zur optimalen Entwicklung sind genügend Herdengenossen bei maximalen Bewegungsmöglichkeiten und ausreichend Grundfutter, möglichst mit 24 h Zugang, ohne übertriebenen Kraftfuttergaben, so gut wie möglich umzusetzen. Natürlich ist das in unseren Breitengraden nicht immer einfach. Jede Haltungsform hat ihre Vor-und Nachteile. Im Winter 2011 z.B. verwandelt sich jede Koppel bei Dauerbelastung durch Pferdehufe in eine Schlammpfuhle. Ästhetik ist bei pferdegerechter Aufzucht glaube ich nicht angebracht. Jedoch entschädigen großzügige Weideflächen von Ende April bis Ende Oktober für so manchen Schlammwinter. Reine Mineralfuttergaben ohne wachstumsfördernde Zusatzstoffe verstehen sich von selbst. Der Anreiz von Wind und Wetter regt den Stoffwechsel zur optimalen Arbeit an und sorgt für ein kräftiges und starkes Immunsystem. Im Winter unter ihrem Fell kaum noch erkennbar, verwandeln sie sich doch schon im Mai in super im Lack stehende Jungpferde.
 

Everyone can have his own philosophy and live like this. We are of the mind that our horses need four things for upringing: - light - air - movement - company.

Horses are herd- and steppe-animals. For their optimal development, enough company, maximal possibility for movement and enough feed, best 24 hours a day are inevitable. Of course that isn't always easy in our degree of latitude. But wind and weather cause a good immune system. And mineral feed helps the horses to grow at their best.

Geschlecht Aufzucht 1.Jahr* Aufzucht 2.Jahr* Aufzucht 3.Jahr*
Stuten € 140.- € 160.- € 180.-
Hengste € 150.- € 170.- € 190.-
Rentner --  -- € 190.-

*Der Alterswechsel gilt immer im Wechsel zur Winteraufstallungszeit.
Also eineinhalb, zweieinhalb usw. 
The change of conditions takes place every year in autumn, when the horses come in from the yard and are stabled at the barn

Jährlinge

Zweijährige

Dreijährige

Aktuelle Fohlen

Der aktuelle Fohlenjahrgang. Der lebendige Nachweis unserer züchterischen Überlegungen und die Hoffnungsträger der Zukunft!

Ein paar fachliche Argumente zur Aufzucht. Auch wenn es aus Sicht der Vermarktung vielleicht kontraproduktiv erscheint: Hier das wichtigste in Kürze.  Auszug aus: https://www.tierzucht.uni-kiel.de/dissertationen/diss_walker_07.pdf

....2.1 Jungpferdeaufzucht
Von der Phase der Hochträchtigkeit über die gesamte Jungpferdeaufzucht können neben genetisch bedingten Problemen vor allem Fehler in den Bereichen Haltung, Fütterung und Infektionsschutz bzw. im Management dazu führen, dass künftige Sportpferde bereits in jungen Jahren gesundheitliche Schäden erlangen (AHLSWEDE, 2000). Diese sind nicht nur aus tierschützerischer Sicht relevant, sondern wirken sich auch negativ auf die Nutzung und Vermarktung der Tiere aus (AHLSWEDE, 1996). WILKENS (1999) sieht zwei Wege, um auf diesem Gebiet Fortschritte zu machen: neben weiterer Forschungsarbeit zur Klärung der Frage der Erblichkeit gesundheitlicher Befunde, sollten Fütterung und Haltung der tragenden Stuten und der Jungpferdeaufzucht optimiert werden...

.... Als geeignete Haltungsform für die Aufzucht von Pferden empfiehlt das BMELV (1995) die Gruppenhaltung, denn Fohlen und Jungpferde dürfen aus Gründen ihrer sozialen Entwicklung nicht einzeln gehalten werden. Die TVT (2004) ist jedoch der Ansicht, dass eine Empfehlung nicht ausreicht, sondern fordert, dass Jungpferde in Gruppen aufwachsen müssen. Als Begründung hierfür führt die TVT (2004) den Familienverband von Pferden an, welcher unter natürlichen Lebensbedingungen aus Tieren unterschiedlichen Alters besteht....

 ... Die TVT (2004) empfiehlt die Gruppenhaltung mit Auslauf.

 ....Anforderungen an Stallklima und Lichtverhältnisse: Für die Tiergerechtheit von Haltungsbedingungen spielt das Stallklima eine bedeutende Rolle. Einheitlich wird in der Literatur die Meinung vertreten, dass Pferde als ehemalige Steppentiere einen besonders ausgeprägten Licht- und Frischluftbedarf haben (SCHÄFER, 1991; ZEITLER-FEICHT, 1993; BMELV, 1995; TVT, 2004). .... Pferde verfügen über angeborenes hervorragendes Thermoregulationsvermögen und können sich schnell sowohl an niedrige als auch an hohe Temperaturen sowie an Temperaturschwankungen gewöhnen. Diese Fähigkeit muss allerdings trainiert werden (TVT, 2004). Dementsprechend sollte unter Vermeidung von Extremwerten die Stalltemperatur der Außentemperatur im Tages- und Jahresrhythmus folgen (BMELV, 1995; TVT, 2004). Das natürliche Spektrum des Sonnenlichtes hat sowohl Auswirkungen auf das Tierverhalten als auch auf den gesamten Stoffwechsel und ist daher von elementarer Bedeutung für die Widerstandskraft, Leistungsfähigkeit sowie für die Fruchtbarkeit (ZEITLER-FEICHT, 1993; TVT, 2004). So wird erst durch ultraviolette Strahlung das inaktive 7-Dehydrocholesterin in der Unterhaut zu dem biologisch aktiven Vitamin D3 umgewandelt. Dieses fördert das Wachstum und reguliert im Besonderen den Calcium- und Phosphorstoffwechsel und kann als ein Mangelsymptom bei jungen Pferden zu Rachitis, beim ausgewachsenen Pferd zu Knochenweichheit und –brüchigkeit führen. Des Weiteren führen ungenügende Lichtreize zu einer Abnahme roter Blutkörperchen (Anämie). Dies kann zu Störungen des Wasserhaushaltes mit Wasserspeicherung (Masteffekt) sowie zu Entgleisungen des Kohlenhydratstoffwechsels mit reduzierter Leistungsfähigkeit der Muskulatur führen (SCHÄFER, 1991). Unter Berücksichtigung der oben genannten Wirkungen des Lichtes ist es unumgänglich, Fohlen und Jungpferden täglich ausreichend natürlichen Lichteinfall im Freien zu gewähren. Den Lichteinfall im Stall betreffend, wird als Richtwert für das Verhältnis Fenster zu Bodenfläche wenigsten 1/20 genannt (BMELV, 1995; TVT, 2004), wobei laut SCHNITZER (1970) zu beachten ist, dass Fensterglas die ultravioletten Strahlen fast vollständig absorbiert und der verbleibende Lichteinfall so keine biologische Wirksamkeit mehr aufweist.
.... Richtwert für die Lichtstärke im Pferdestall mindestens 80 Lux im Tierbereich an und dies über die Dauer von 8 Stunden je Tag. 2.1.2 Bewegung Gemäß den Leitlinien (BMELV, 1995) ist Zuchtstuten, Fohlen und Jungpferden grundsätzlich täglich Auslauf zu gewähren. Das Wort „grundsätzlich“ lässt jedoch Ausnahmen zu, was laut TVT (2004) bei der Aufzucht von Jungpferden nicht vertretbar ist. Deswegen muss insbesondere oben genannten Pferden so oft wie möglich Weidegang gewährt werden. Literatur 6 Danach gilt es als tierschutzwidrig, einem gesunden Pferd innerhalb von 24 Stunden keinen Freilauf und ggf. zusätzliche Bewegung durch Arbeit oder Training zu geben. Auf die Bedeutsamkeit von Bewegung für heranwachsende Pferde wird in Kapitel 3.3 detailliert eingegangen. BLOBEL (2006) fordert, dass der Auslauf das Galoppieren ermöglicht und lehnt Trainingsgeräte, wie Führmaschine und Laufband, für ein- und zweijährige Pferde als ein weder sinnvolles noch ausreichendes Bewegungsangebot ab. Damit Pferde auch im Winter stundenweise Auslauf haben ist es laut BRÜGGER (2001) von Vorteil, den Tieren einen Weideabschnitt als Auslauf anzubieten. Der Autor sieht dies als gute Lösung bei knappen Weiden sowie in der Winterphase. Je größer dabei der Weideabschnitt ist, desto geringer kann der Trittschaden gehalten werden. ...

2.6.3 Fütterung
Das Wachstum, welches durch Körpermaße und Gewicht bestimmt wird, und dessen Steuerung über das endokrine System erfolgt, wird sehr stark von der Fütterung beeinflusst (ELLIS, 2001; OTT, 2005). Auch in diesem Zusammenhang wird von vielen Autoren die multifaktorielle Ätiologie der OC angeführt, bei der die Fütterung eine wichtige Rolle in der Pathogenese spielt (JEFFCOTT, 1991, 2005; JEFFCOTT und SAVAGE, 1996). ELLIS (2005) betont dabei den Einfluss, den die Nährstoffzusammensetzung der Fütterung auf die Knochenentwicklung des Fohlens hat. Besonders bei schnell wachsenden Pferden, die intensiv mit Protein und Energie versorgt sind, findet man häufig Osteochondrose-Befunde. In diesem Zusammenhang werden eine Literatur 28 intensive Fütterung mit über dem Bedarf liegenden Energie- und Proteingaben, eine unausgewogene Mineralstoffzufuhr, Ungleichgewichte in der Calcium-PhosphorHomöostase, Kupfermangel sowie eine Überversorgung mit Zink als problematisch gesehen ...
....Eine maßvolle Energiezufuhr kann deshalb die Wachstumsrate und damit die Häufigkeit und Schwere osteochondrotischer Veränderungen herabsetzen. Aus diesem Grund wird in der Fohlenaufzucht besonders das Füttern von Raufutter empfohlen (OTT und ASQUITH, 1986; LEWIS, 1989; KNAAP und GERDING, 1999). OTT et al. (2005) führten eine Untersuchung an 44 Absatzfohlen durch, die eine hochbzw. niedrigprozentige Proteinfütterung erhielten. Während Fohlen, die eine hohe Proteinfütterung erhielten deutlich schwerer waren, wurde der Mineralgehalt des Knochen durch die unterschiedlichen Proteinniveaus nicht beeinflusst. Die Folgen einer übermäßigen Protein- und Energiefütterung untersuchten SAVAGE et al. (1993) an 30 Fohlen und stellten fest, dass ein hohes Energieniveau das Auftreten von Osteochondrose begünstigte, während ein hohes Proteinniveau keinen signifikanten Einfluss darauf hatte. Auch hohe Wachstumsraten an sich scheinen nach dieser Studie nicht direkt verantwortlich für die Entwicklung von Osteochondrose zu sein.....Eine Unterversorgung mit Kupfer spielt bei Mineralstoffimbalancen ebenfalls eine entscheidende Rolle.....

 

Aus der Zuammenfassung: Aus der stammesgeschichtlichen Entwicklung resultiert eine Anpassung des Pferdes an eine langsame, kontinuierliche Fortbewegung über 15 Stunden je Tag, mit einem je nach Rasse, Alter und Geschlecht variierenden Bewegungsbedürfnis (ZEITLER-FEICHT, 2001; NOBIS, 2002). Diese gleichmäßige Fortbewegung entspricht einer physiologischen Belastung, ebenso wie die lebhafte Lokomotion jüngerer Pferde, und führt zu belastungsfähigen Skelettstrukturen (HUSKAMP et al., 1996). Eine unphysiologische Belastung stellt die unregelmäßige, intensive Bewegung mit angestautem Bewegungsdrang dar (HERTSCH und KROLL, 1999). Eine gleichmäßige Be- und Entlastung der Gelenkflächen ist nötig, um die Ernährung der Chondrozyten durch Diffusion und den inneren Fluss der Grundsubstanz im gefäßlosen Knorpelgewebe zu gewährleisten (DÄMMRICH, 1985). VAN WEEREN und BRAMA (2005) konnten anhand von Untersuchungen zur Knorpelstruktur feststellen, dass beim ausgewachsenen Pferd eine enge Beziehung besteht zwischen der biomechanischen Zusammensetzung des Gelenkknorpels, der biomechanischen Belastungsfähigkeit während einer sportlichen Aktivität sowie der so genannten funktionalen Adaptation des Gewebes. Diese Adaptationsfähigkeit besteht beim neugeborenen Fohlen nicht, sondern die Heterogenität in der biomechanischen Zusammensetzung des Knorpels wird zum größten Teil während der ersten fünf Lebensmonate unter dem Einfluss von Bewegung und der Gewichtsbelastung ausgebildet. Dadurch kann sich das Kollagennetzwerk in diesem Alter noch gut funktionellen Gegebenheiten anpassen, später jedoch nicht mehr, wodurch die schlechte Heilungstendenz von Knorpel- und Sehnengewebe erklärt wird. Ein bestimmtes Maß an Bewegung wird deswegen für die Differenzierung des Knorpels als notwendig erachtet, und ein Bewegungsmangel in den ersten Monaten kann zu einer insuffizienten funktionalen Adaptation führen und dieses führt wiederum zu einer Knorpelschicht, die weniger widerstandsfähig ist gegenüber sportlichen Leistungsanforderungen

 

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// Aktualisiert: Januar 2017

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